26. Oktober 2010, Seoul
In Seoul, die Hauptstadt Südkoreas, war unser letztes Konzert dieser Tour. Wieder ein neues Land und eine neue Stadt. Ich muss zugeben, dass ich von all den großen Städten die wir nun besucht hatten begeistert bin. Die atemberaubende Architektur, die unzähligen Hochhäuser, die großen Autobahnen, die wunderschönen Gärten, kurz: die ungeheure Energie die man überall spüren kann. Was für ein Kontrast zu Europa! Nachdem ich meine E-Mails gelesen hatte, stellte ich fest dass ich sehr hungrig war.
In einem koreanischen Restaurant in Deutschland hatte ich einmal „Kimchi“ gekostet und fand es sehr schmackhaft. Kimchi ist ein würziges Sauerkraut welches so typisch für die koreanische Küche ist wie Pizza für Italien. Ich hatte im Internet recherchiert und heraus gefunden, dass es in Seoul eine „Kimchi Academy“ gibt wo ausländische Besucher die Zubereitung dieser koreanischen Delikatesse unter Anleitung eines erfahrenen Küchenchefs, lernen können. Nach unserer Ankunft in Seoul rief ich sofort die Academy an und buchte einen 80 minütigen Kurs für den nächsten Nachmittag. Als ich dann dort ankam wurden mir erst die anderen Teilnehmer (3 Damen aus England und ein Herr aus Australien) und dann die Zutaten durch unseren Lehrer vorgestellt. Aus Kohl, Ingwer, Schalotten, Knoblauch, Fischsauce und einigen anderen Zutaten bereiteten wir uns eigenes Kimchi zu und verpackten es so, dass wir es Übersee mit nach Hause nehmen konnten. In der Tat eines der ungewöhnlichsten Souvenirs die ich je bekommen habe!
Nach dem Kurs wartete Sarah bereits auf mich um mit den Proben zu beginnen. Später am Abend sangen wir dann ein letztes Mal vor 13.000 Zuschauern unsere Duette mit der Hoffnung dass auch diesmal alles funktioniert. Und zum Glück tat es das auch!
Eine wunderbare Tour mit fantastischem Publikum, spannenden Erlebnissen und vielen bleibenden Erinnerungen geht nun zu Ende.
24. Oktober 2010, Macau
Wir verließen gestern Japan mit dem Flugzeug und flogen nach Macau zum International Airport. Während dieser Tour ist Macau die einzige Stadt in China in der wir auftreten.
Macau ist eine ehemalige portugiesische Kolonie und betreibt einen blühenden Handel zwischen China, Japan, Indien und Europa. Macau historisches Zentrum verfügt über ein einzigartiges historisches Erbe. Es gibt zahlreiche Bauten aus dem 16. Jahrhundert, als die Portugiesen kamen und einen Fuß auf die Halbinsel setzten. Nicht überraschend gewann dieser Schmelztiegel der europäischen und östlichen Kulturen im Jahre 2005 den Status als UNESCO-Weltkulturerbe.
Die einzigartige Mischung aus traditionellen chinesischen Tempeln, alten katholischen Kirchen sowie anderen bemerkenswerten Gebäuden im Kolonialstil ist nicht nur faszinierend, sondern auch die älteste und vollständigste Darstellung des europäischen architektonischem Erbes, welches auf chinesischem Boden steht. Macau wurde zu einem besonderen wirtschaftlichem Faktor Ende 1999. Portugiesisch, ebenso wie Chinesisch ist immer noch die offizielle Landessprache und wird von seinen Bewohner gesprochen. Dieses gilt auch für die kulinarischen Traditionen, die Sie in Restaurants in Macau finden. Macau hat sich in den vergangenen Jahren noch kosmopolitischer entwickelt. Cotai Arena, der Austragungsort unseres Konzertes, ist Teil eines venezianisch errichteten Hotel und Casinos welches als Themen Hotel im Stile von Venedig und Italien gebaut wurde.
15.000 Fans waren gekommen um uns in der Arena heute Abend zu sehen. Es war eine der größten Shows auf dieser Tour. Ich bin sicher, dass ich wieder nach Macau kommen werde, um diese einzigartige Stadt zu erkunden. Es gibt viel zu entdecken!!!
22. Oktober 2010, Tokyo
Ich bin nun kein sentimentaler Mensch aber ich war doch ein wenig traurig, heute unser letztes Konzert in Japan zu geben. Es war bisher eine fantastische Erfahrung vor tausenden japanischen Zuschauern aufzutreten und zu spüren, dass die Musik eine wunderbare Verbindung zwischen den verschiedenen Kulturen ist. Auch das letzte Konzert vor 5.000 Zuschauern im International Forum war ein Vergnügen. Wir wurden mit einem sehr ausgiebigen Applaus, welcher in Standing Ovations endete, belohnt. „Vielen Dank Tokyo“! Oder um es in einem der wenigen japanischen Wörter zu sagen die ich gelernt habe: „Arigato Tokyo“ für deine Unterstützung und den großartigen Empfang den du uns bereitet hast!
Für unser letztes Abendessen in Japan mit allen Beteiligten wurde ein traditionelles Restaurant in welchem „Shabu-Shabu“ serviert wurde gewählt. Shabu-Shabu ist eine japanische Variante des „Hot-Pot“. Geschnetzeltes Rindfleisch, Gemüse und Pilze werden in einer heißen Brühe die mit Seetang gewürzt ist, gekocht. Das Fleisch und Gemüse wird in die Brühe getaucht und immer wieder umgerührt bis es fertig ist. Die Brühe selbst wird dann zum Schluss getrunken. Ein wahrhaft köstliches Gericht welches man unbedingt probieren sollte! Es erinnert mich ein wenig an das Schweizer Fondue welches wir immer mit einer Gruppe von Freunden essen. Wir aßen und unterhielten uns noch eine Weile und dachten an die großartige Zeit in Japan zurück.
21. Oktober 2010, Tokyo
Wieder zurück in Tokio ! Wir hatten noch nicht viel Zeit für Sehenswürdigkeiten in Tokyo und deshalb fragten Sarah und Ich Herrn Hidetoshi ob er unser die kaiserlichen East Gardens zeigen würde. Er stimmte zu und schlug vor auch noch einen Blick auf den Palast, von einem Aussichtspunkt in der Nähe der Nijubbash Brücke, zu nehmen. Der Palast, die Heimat des japanischen Kaisers und seiner Familie, ist für die Öffentlichkeit nur an zwei Tagen pro Jahr geöffnet. So müssen wir uns mit einem Blick von außen zufrieden geben.
Die Imperial Palace East Gardens, sind jedoch an fünf Tagen pro Woche für Besucher geöffnet. Wir betraten den Garten und spazierten ein wenig umher. Der Höhepunkt waren die verschiedenen Gräben und Wege und wir hatten sehr viel Spaß diese zu erkunden. Zu unserer Überraschung gab es sogar einige Schilder auf Englisch, auf denen etwas über die Geschichte der Burg Edo stand. Diese stand vor dem aktuellen Kaiserpalast und wurde im 19.ten Jahrhundert erbaut. Was für eine schöne Erholung von all dem Verkehr und dicht besiedelten Gebieten im Zentrum von Tokyo.! Wir haben buchstäblich nun etwas frische Luft, bevor es mit den Vorbereitungen im International Forum Tokyo und mit den Proben weitergeht.
20. Oktober 2010, Osaka
Heute gibt es eine willkommene Abwechslung nach ein paar Tagen in Tokyo: einen Auftritt in der Osaka Castle Hall, der größte Veranstaltungsort auf unserer Tour durch Japan. Das Fassungsvermögen dieser Halle liegt bei 16.000 Zuschauern und ist ausverkauft!!! Wir verlassen Tokyo in den frühen Morgenstunden mit dem Shinkansen. Diese Reise ist wieder genau so aufregend wie die erste vor einer Woche mit diesem Hochgeschwindigkeitszug. Die „Tokaido Shinkansen“, wie diese Strecke genannt wird, dauert in etwa drei Stunden bis zum Shin-Osaka Bahnhof. Danach fuhren wir mit dem Taxi zum Hotel, schnell noch den check in erledigt um dann den Blick auf die längste Einkaufstrasse Japans (Tenjin bashi suji) zu haben. Diese Straße ist etwa 2,6km lang und hat Läden in Hülle und Fülle. Hier können Ihr alles erdenkbare, von neuester Designer Mode zu traditionellen Kimonos, von italienischen Schuhen, japanischer Kosmetik, berühmte Mangas bis hin zu obskuren High Tech Geräten kaufen.
Osaka ist das Shopping Paradies von Japan und wir sind durch die Vielzahl von Waren und Geschäften fasziniert. Meine größte Aufmerksamkeit zieht ein besonders aufwendiger Obstladen auf sich. Die Früchte, die sie hier verkaufen sind wunderschön präsentiert und wirken sehr lecker. Die Honigmelonen sind besonders schön. Sie sind in einer Kiste mit einer Art seidigem Papier verpackt und Ihr Geruch ist herrlich. Ein Blick auf das Preisschild ist allerdings schockierend, 3500 japanische Yen, das sind mehr als 30,-€ pro Stück!!! Für mich ist das unglaublich, wer kauft so teure Melonen? Ich frage Herrn Hidetoshi, unseren japanischen Begleiter, nach diesem unverschämten Preis. Er erzählt mir, dass perfekte, reife Melonen sehr beliebt sind in Japan und wenn diese gut präsentiert werden ist der Preis nun mal so und die Menschen akzeptieren Ihn. Interessant zu wissen, Herr Hidetoshi, aber das heißt keine Melonen heute für mich!!!
18. Oktober 2010, Tokyo
Regelmäßige Proben sind für einen Künstler unerlässlich. Es spielt keine Rolle wie oft man ein bestimmtes Lied schon gesungen hat – die Stimme muss kontinuierlich gepflegt werden! Für die Tour haben Sarah und ich uns 3 Lieder ausgesucht welche wir zusammen singen: Sarai qui, Canto della terra und Das Phantom der Oper. „Sarai qui“ ist einer der populärsten Songs von Sarah und es war mir eine Freude diesen mit ihr singen zu können. „Canto della terra“ hat Sarah schon mit Andrea Bocelli, welchen wir beide sehr bewundern, gesungen. Der Song ist so voll tief empfundener Emotion und wir lieben es ihn mit unserem Publikum zu teilen. Und natürlich „Das Phantom der Oper“ – der moderne Klassiker ist immer eine Freude zu singen und verfehlte das Ziel nicht das japanische Publikum zu bewegen.
Heute Abend haben wir unser drittes Konzert in Tokyo und doch bin ich immer noch so aufgeregt wie vor unserem ersten Auftritt dort welcher nun fast eine Woche her ist. Kein Publikum ist gleich und Sarah und ich wollen auch dieses Mal wieder die Herzen der Zuschauer gewinnen!
17. Oktober 2010, Tokyo
Unser Auftritt im Ishikawa Sogo Sports Center in Kanazawa vor mehreren tausend Fans war sehr erfolgreich. Das Publikum war besonders freundlich und sowohl für Sarah als auch für mich war es eine tolle Erfahrung. Wir hatten das Gefühl, dass unsere Fans es genau so genossen wie wir. Abgesehen von den Proben, die wir jeden Tag haben, war gestern ein freier Tag für alle. Nach dem Frühstück in unserem Hotel in Kanazawa fuhren wir wieder mit dem Zug zurück nach Tokyo. Dieses Mal nahmen wir jedoch einen regulären Zug, da es keine Verbindung mit dem Shinkansen zwischen Kanazawa und Tokyo gibt.
Sarah schlug vor, dass wir heute im Raman-ya essen gehen sollten. Einem traditionellen Restaurant, welches japanische Nudelsorten serviert. Keiner von uns sprach mehr als ein paar grundlegende Worte japanisch, deshalb fragten wir einen Freund von Sarah (Herr Hidetoshi) ob er uns zu dem Essen begleitet um uns ein typisches Ramen-ya zu zeigen. Ramen, eine japanische Nudelsuppen Sorte, besteht aus Weizenmehl, Salz und Wasser und ist nicht sehr unterschiedlich zu der Pasta die wir gemeinhin in Europa bekommen. Herr Hidetoshi erklärte, dass es vier verschiedene Arten von Ramen gibt: getrocknete (Kansomen), frische (Namanen), gedämpfte (Mushimen) und Instant (Insutanto Ramen). Und um es noch komplizierter zu machen gibt es auch noch vier grundlegende Sorten Brühe dazu: (Shoyu-Ramen) auf der Grundlage japanischer Sojasauce, (Miso-Ramen) eine Basis Suppe von fermentierten Sojabohnen, (Shio-Ramen) auf der Grundlage von Salz, Fisch und Meeresfrüchten, und schließlich (Tonkutsu-Ramen) auf Basis von Schweinefleisch Knochen. Ich nahm die Namenen / Shoyu Ramen Kombination. Sarah und Herr Hidetoshi entschieden sich für Mushimen / Schio Ramen. Herr Hidetoshi machte unsere Bestellung und kurze Zeit später waren die Schüsseln vor uns platziert. Und ich denke Ihr ahnet es schon, Sie schmeckten genau so gut wie Sie aussahen!!!
Es freut mich, dass wir noch ein paar Tage in Japan verbleiben, um noch mehr dieser Delikatessen probieren zu können!
15. Oktober 2010, Kanazawa
Bevor ich nach Japan flog, stellte ich einige Forschungen über das Land an um nicht die schönsten Plätze zu verpassen die es dort gibt. Eine Empfehlung war Kanazawa! Obwohl ich zugeben muss, dass ich noch nie etwas über diese Großstadt mit 450.000 Einwohnern gehört hab, bin ich sehr froh dass wir hier eines unserer Konzerte abhalten konnten. Genau wie Nagoya und Tokio ist Kanazawa auf Honshu, der Hauptinsel Japans. Kenroku-en Garden ist eine der Hauptattraktionen in Kanazawa. Mein Reiseführer sagt, er gehört zu den 3 größten Gärten in Japan. Ich war sehr gespannt diesen außergewöhnlichen Ort zu besuchen.
Die Erstellung des Gartens hatte 1620 unter der Aufsicht der wohlhabenden und einflussreichen Familie Maeda begonnen. Der Garten war mehrere Generationen und länger als 200 Jahre in dem Besitz der Familie. Kenrokuen Garden liegt direkt neben dem Schloss Kanazawa und ist ein sehr beeindruckendes Gebäude. Nach einem alten chinesischem Gartenhandbuch muss ein perfekter Garten sechs Merkmale aufweisen: Geräumigkeit, Ruhe, Kunstwerke, fließendes Wasser, Antike Gebäude und eine herrliche Aussicht! Auch wenn meine Freizeit sehr begrenzt war, hatte ich die Möglichkeit den Garten für 1,5 Std am Nachmittag zu besuchen. Was soll ich sagen, es war wirklich herrlich! Mitte Oktober beginnen gerade die Bäume und Blätter sich in den Herbstfarben, Rot und Gelb zu färben. Es war einfach schön und vertraut hier und gleichzeitig doch so unterschiedlich zu den Gärten die wir in Europa haben.
14. Oktober 2010, Nagoya
Der Tag in Nagoya begann mit einer Erfahrung auf die ich schon lange gewartet habe: meine erste Fahrt mit einem japanischem Hochgeschwindigkeitszug, der berühmte Shinkansen ! In meiner Heimat, der Schweiz, ist Bahn fahren auch sehr beliebt und Züge wie der Shinkansen faszinieren mich seit meiner Kindheit. Ich war in Frankreich mit dem TGV und in Deutschland mit dem ICE schon unterwegs, und so war ich nun begierig den Shinkansen Zug mit Ihnen zu vergleichen. Die Tickets für unsere Gruppe hatten wir schon vorher gebucht so, dass jeder sicher war einen reservierten Sitzplatz zu erhalten. Nach der Ankunft in Tokyo Shinagawa fanden wir den Bahnsteig an welchem unser Zug abfuhr sofort (dank der englisch sprachigen Beschilderung). Wir warteten auf unseren Zug und dann kam er: ein attraktiver, schlanker Zug in weiß und blau, ganz ähnlich im Design zu seinen europäischen Verwandten. Er hielt genau an der Stelle wo er halten sollte, die Markierungen auf dem Bahnsteig waren genau vor den Türen. WOW!
Wir bestiegen den Shinkansen und hatten gerade unsere Plätze eingenommen, als der Zug seine Fahrt aufnahm. Die Sitzplätze waren sehr bequem und es wurde eine leichte Mahlzeit serviert. Aber am besten an allem war die extrem sanfte Fahrt. Wir kamen in Nagoya genau zum richtigen Zeitpunkt an, 100 Minuten für eine 340 Kilometer lange Fahrt. Eine sehr angenehme Erfahrung, ich wünschte europäische Züge wären so zuverlässig wie die in Japan! Die Fahrt zu unserem Hotel in Nagoya dauerte einige Zeit. Vorher fuhren wir noch zu der Nihon Gaishi Halle, wo unser Konzert am Abend vor 10.000 Fans geplant war und die schon gespannt waren uns zu sehen.
12. Oktober 2010, Tokyo
Für mich ist Japan ein sehr exotisches Land! Wenn ich so aus meinem Fenster, im 25 Stockwerk meines Hotels sehe, und sich die verblüffende Vielfalt an Wolkenkratzern und Neonfarbenen Leuchtreklameschilder vor mir ausbreiten erinnert mich das direkt an einen Film den ich vor einigen Jahren im Kino gesehen habe: „Lost in Translation“. Irgenwie alles vertraut und dennoch total anders. Ich sehe unzählige japanische Zeichen die alles bedeuten könnten: und ich habe keine Idee was sie beschreiben. Anders als die Logos internationaler Unternehmen gibt es kaum etwas dass ich entziffern kann. Tokyo: eine faszinierende Stadt und einfach total anders wie jeder Ort an dem ich zuvor war.
Am Nachmittag traf ich mich mit Sarah in einem kleinen Cafe. Bei einer Tasse grünem Tee hatten wir wirklich viel Spaß bevor wir ins Internationale Forum Tokio für einige Proben fuhren. In Tokyo spielen wir gesamt 5 Shows an unterschiedlichen Tagen. Ein großer Vorteil für uns da wir die spezielle Akustik der Halle so gut kennenlernen können.
Die erste Show war zwar nicht ausverkauft aber es war ein großartiger Erfolg! Das Publikum war begeistert! Sarah und ich erhielten beide Standing Ovations von rund 5.000 Zuschauern was mir Gänsehaut bereitete. Vielen Dank Tokyo für diese wunderbare erste Show.
09. Oktober 2010, Todaiji Tempel
In einem Land aufzutreten, in welchem man noch nie zuvor gewesen ist, ist immer eine große Herausforderung. Du weißt nicht wie das Publikum reagiert, wo ihre Erwartungen liegen und wie sie dich als Künstler annehmen. Ich schätze, Ihr könnt Euch vorstellen wie aufgeregt ich vor meinem ersten Auftritt in Japan war.
Sarah, die ja schon lange vor mir einige Auftritte in Japan hatte, versicherte mir, dass das Japanische Publikum wirklich sehr nett und unterstützend ist. Ich hoffte das Sie recht behielt.
Wir kamen gerade von einer Show in Canada und die erste Show in Japan war für den 09. Oktober im Todaiji Tempel in Nara angesetzt. Nara ist ca 1 Autostunde von Osaka entfernt.
Nara, wie ich vorher schon mal gelesen hatte, war die erste permanente Hauptstadt in Japan und der Todaiji Tempel ist das imposanteste Gebäude. Der Tempel wurde im Jahr 752 gebaut und wurde einige Male durch Zerstörungen im Krieg und Naturkatastrophen wieder in Stand gesetzt. Seine aktuelle Form hat er nun seit 1709. Das spezielle an diesem Tempel ist die Tatsache dass er das längste, aus Holz gebaute Gebäude in der Welt ist. Vor diesem Tempel zu stehen ist einfach überwältigend!
Immer noch total bewundernd für diesen imposanten Buddhisten Tempel wuchs meine Besorgnis über das bevorstehende Konzert ein wenig da auch ein japanischer TV Sender dabei war um das Konzert zu filmen. Ich sollte jedoch nicht besorgt sein: Sarah hatte vollkommen recht! Unser Publikum war einfach großartig! Es hatte den Anschein, als gewannen wir ihr Herz im Sturm!
Die Tour konnte somit wirklich nicht besser anfangen!